Wie wollen Sie die Inklusion von Menschen mit Behinderung im regionalen Arbeitsmarkt fördern?

Otto Lederer (CSU):

Wichtige Instrumente zur Förderung von Menschen mit Behinderung im regionalen Arbeitsmarkt sind aus meiner Sicht öffentlich wirksame Kampagnen. Positive Erfahrungen, die sowohl von Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberseite gesammelt werden, sollten öffentlich dargestellt werden. Es bietet sich hierbei an, Organisationen, wie zum Beispiel die IHK und HWK, gezielt einzubinden.

Darüber hinaus kann das Landratsamt Arbeitgeber bei der Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützen und individuell begleiten.

Auch das Landratsamt selbst kann einen Beitrag dazu leisten und Menschen mit Behinderungen in der Landkreisverwaltung ausbilden und beschäftigen.

Darüber hinaus sollten bestehende Patenschaftssysteme und die Arbeitsgruppe „Arbeit und Beschäftigung“ des Landkreises weiterhin unterstützt werden. Mit einer Patenschaft werden derzeit zum Beispiel Kinder und Jugendliche im Landkreis Rosenheim im Übergang von der Schule in den Beruf begleitet. Dies könnte auf die Zielgruppe der Menschen mit Behinderung ausgeweitet werden.

Alexandra Burgmaier (SPD):

Glücklicherweise ist die Arbeitsmarktsituation so, dass es in vielen Bereichen mehr Stellen als Arbeitssuchende gibt. Dies ermöglicht bei entsprechendem politischen Engagement die deutlichere Öffnung des Arbeitsmarktes auch für Menschen mit Behinderung.

Sepp Hofer (Freie Wähler):

Ich werde die vermehrte Schaffung von Zuverdienstarbeitsplätzen einfordern, weil ich überzeugt bin, dass vor allem dadurch das Verständnis auch für die Stärken behinderter Menschen wächst. Ebenso werde ich selbst Unternehmer/ innen ansprechen und sie überzeugen, dass Inklusion sich für ihre Firmen in vielfältiger Art und Weise auszahlt.

Florian Weber (Bayernpartei):

Die Herausforderungen in diesem Bereich sind, das wissen Sie am besten, enorm. Konkret möchte ich bei öffentlichen Arbeitgebern, also auch beim Landratsamt Rosenheim noch intensiver versuchen, Menschen mit Behinderung einzusetzen. Dies ist auch im Zeitalter des Arbeitskräftemangels nicht nur richtig, sondern auch notwendig.

Rainer Auer (Parteifreie/ÜWG):

Die Förderung für Menschen mit Behinderung unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten in den regionalen Arbeitsmarkt zu bringen, kann nur geschehen, wenn wir die Kontakte zu den heimischen Betrieben herstellen. Die Arbeitsgruppe „Arbeit und Beschäftigung“ in Stadt und Landkreis leistet hier schon eine gute Arbeit. Ich denke, dass wir durch weitere gemeinsame Gespräche mit Firmeninhabern, Agentur für Arbeit, den Akteuren ihrer Einrichtungen, Sozialplaner des Landkreises und Behindertenbeauftragte der Gemeinden mit ihren Bürgermeistern durchaus weitere Fortschritte erzielen könnten.

Ulla Zeitlmann (Bündnis 90 / Die Grünen):

Ich denke hier kommt es zum einen auf positive Erfahrungen von Arbeitgebern mit in den Werkstätten ausgebildeten Menschen und positive Erfahrungen von Auftraggebern mit erfolgreich ausgeführten Aufträgen an. Diese gilt es sichtbarer zu machen.

Und zum anderen muss das Landratsamt mit gutem Beispiel voran gehen und Menschen mit Behinderungen in all seinen Bereichen beschäftigen. Nur wenn wir alle den selbstverständlichen Umgang mit Menschen mit Behinderungen erfahren, werden sich auch auf dem ersten Arbeitsmarkt neue Chancen ergeben. Deshalb ist ja der gemeinsame Besuch des Kindergartens und der Schule für alle Kinder so wichtig. Der Umgang mit Menschen mit anderen Fähigkeiten muss für uns alle selbstverständlicher werden. So können wir Vielfalt als echte Ressource begreifen lernen.