Verabschiedung von Seelsorger Toni Helminger

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Hielt eine bewegende Abschiedsrede: Seelsorger Toni Helminger

Leicht ist diese Abschiedsfeier wohl keinem gefallen, und doch mussten sich die Menschen in der Stiftung Attl nun von ihrem „Toni“, wie Seelsorger und Pastoralreferent Anton Helminger von den meisten liebevoll genannt wird, verabschieden. Aufgrund einer schweren Herzerkrankung tritt er den beruflichen Ruhestand an.

Über 60 Personen waren zur Feierstunde, die von vielen ergreifenden und persönlichen Momenten geprägt war, in den Attler Biergarten gekommen. Aufgrund der ungewissen Pandemielage war die Anzahl der geladenen Gäste begrenzt worden. Der beliebte Seelsorger hätte gerne mehr eingeladen.

Stiftungsvorstand Jonas Glonnegger würdigte in seiner Ansprache dessen Wirken in der Einrichtung, das nicht nur bleibende Spuren bei allen hinterlassen habe, sondern das weit über das Dienstliche hinausging. „Dein Mitwirken als Seelsorger war sichtbar und erlebbar bei Gottesdiensten, Andachten, Pilgerreisen und Exerzitien, bei den Festen im Jahreskreis und vielen weiteren Anlässen.“ Nicht nur für Bewohner und Mitarbeitende sei Toni Helminger ein wertvoller Mensch gewesen; auch die Vorstände habe er in ihrer Arbeit begleitet und unterstützt. „Die Seelsorge in der Stiftung Attl ist geprägt von deinem Wirken, das die Menschen in all ihren Facetten leben lässt“, so der Vorstand.

Über zwölf Jahre lang war Toni Helminger als Seelsorger für die Menschen in der Stiftung Attl im Einsatz; obwohl er sich am Anfang äußerst unsicher war, ob dies für ihn überhaupt der richtige Platz sei. Erst ein Schlüsselerlebnis mit einem mittlerweile verstorbenen Betreuten habe ihm den Attler Geist nahegebracht: „Toni, du bist a liaba Mensch“ waren die Worte, die ihn damals zutiefst berührt hatten und ihm den Zugang zu den Menschen in Attl eröffneten. „Ich habe große Wehmut, verspüre aber zugleich auch eine tiefe Dankbarkeit, dass ich so viele liebe Menschen kennenlernen durfte“, meinte Toni Helminger in seiner bewegenden Ansprache.

Besonders bedankte er sich bei allen Mitgliedern des religiösen Arbeitskreises, allen voran bei Hans Wenisch. Dieser hatte ihn bei einem zufälligen Besuch in der Stiftung Attl spontan gefragt, ob er nicht in der Einrichtung arbeiten wolle. „Ich fand das sehr mutig. Schließlich hätte ich ja auch eine Pflaume oder eine schiefe Nummer sein können.“

Zu Wort kamen an diesem frühen Sommerabend im Attler Biergarten auch einige Betreute, die sich spontan vor dem Mikrofon bei Toni Helminger bedankten oder einfach nur ihrer Traurigkeit über dessen Weggang Ausdruck verliehen.

Regina Georg, Fachbereichsleitung für die Pastoral Menschen mit geistiger/seelischer Behinderung würdigte ebenfalls den scheidenden Pastoralreferenten. Mit viel Herzblut und Freude habe er ein breites Feld der Seelsorge abgedeckt. Für die Mitarbeitervertretung bedankte sich deren Vorsitzender Hubert Held: „Du hast uns getragen; du hast uns Mitarbeiter, die Bewohner und Beschäftigten begleitet. Dafür sind wir dir dankbar.“

Sichtlich gerührt nahm Toni Helminger die bewegenden Abschiedsworte auf: Man habe ihm viel Zeit gelassen. Und die Bewohner und Mitarbeitenden hätten ihm eine Chance gegeben. Das sei der Grund gewesen, warum für ihn die Arbeit als Seelsorger so erfüllend war. Und zum Ende seiner Worte meinte er noch: „Ich will ein Stück vom Attler Geist mit nachhause nehmen. Denn mit ihm werde ich die schwierigen Situationen, die es in meinem Leben vielleicht noch geben wird, meistern.“

 

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